Staatlich anerkannter Erholungsort
Buergerservice
Gemeindeverwaltung
Gemeinderat
Wissenswertes
Standort
Kultur, Freizeit u. Soziales
Jugend
Aktuelles
Touristinfo
suchen erweiterte Suche

Geschichte

Geschichte von Bischofsmais bis zum 19ten Jahrhundert

Die Erste Rodung des völlig unwegsamen, urwaldähnlichen Gebiet "Nordwald" wurde um das Jahr 1.000 vom Bischof von Passau zusammen mit den Klosteroberen von Niederalteich versucht.

Bischofsmais hat von daher seinen wohlklingenden Namen: "maizzen" bedeutet soviel wie schlagen, Bäume fällen, Der Bayernherzog Odilo hatte den Passauer Bischöfen ein riesiges Waldgebiet von der Donau bis zum Regenfluss geschenkt. Bald darauf begann auch die Besiedlung der Gegend, nämlich um 1011. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahr 1136, als sich ein "Perthold von Piscolfesmaez" dem Kloster Niederalteich zu eigen gibt. 1209 schließlich sprach Kaiser Heinrich II. Bischofsmais dem Kloster Niederalteich zu.

Einige wenige Schneisen waren früher schon von der Donau her in den Wald geschlagen worden, und die wandernden Kaufleute und Händler, die "Säumer", benützten diese steinigen und beschwerlichen Wege um Warenaustausch zwischen Bayern und Böhmen. Salz, Felle und Getreide waren wohl die hauptsächlichen Handelsgüter. Einer dieser Säumerpfade, der "Böhmweg", führte von Deggendorf herein über Greising, Bischofsmais, Zwiesel bis nach Prag. Wahrscheinlich stand um diese Zeit an der Stelle der heutigen Pfarrkirche eine kleine Burganlage, von der aus sich die Handelstrosse gut überblicken und kontrollieren ließen.

Die Pfarrkirche wurde auf einem Felsen errichtet, dem "Hacklberg", und wenige Kilometer entfernt erreichen wir, noch im Gemeindegebiet, den Weiler "Burgstall", vermutlich eine Station zum Pferdewechseln. Die gläubigen Bischofsmaiser damals hatten allerdings einen sehr weiten Weg zur Seelsorgestelle, denn 1280 wird Bischofsmais eine Filiale der Unterpfarrei Seebach an der Donau. Vielleicht hat man deshalb bereits 1360 eine kleine Kirche im Ort errichtet, die später im 15. Jahrhundert den Rang einer Vikariatskirche erhielt.

Um diese Zeit jedoch ist Bischofsmais schon ein rundherum bekannter Ort, denn im Jahre 1322 hatte sich eine Viertelstunde westlich der Mönch Hermann niedergelassen, der in Heidelberg geboren, in Köln sein Gelübde abgelegt hatte und bei einer Wallfahrt nach Niederalteich gekommen war. Schon hochbetagt floh er von seinem reichen und großen Kloster und begab sich in die Einsamkeit um Bischofsmais, wo er eine Klause erbaute und ein strenges Leben der Entsagung, Buße und Betrachtung begann. Auch Degenhard, Sohn eines Ritters. flüchtet in wildesten Urwald und völlige Verlassenheit. Fast auf der heutigen Oberbreitenau, auf der "Zellwiese" errichtete er seine Klause, in der er nach 30-jährigem Erdenbürgerleben am 11. Dezember 1374 zum Herrn eingehen durfte.

Hermann wurde wunschgemäß am Eingang zur Propsteikirche zu Rinchnach beerdigt. Die Leute des Bischofsmaiser Winkels erhoben Hermann zu ihrem heiligen Schutzherrn: die Bauern zum Patron über Vieh und Feld, die Säumer die auf der "Böhmerstraße" über Bischofsmais trieben, zum helfenden Reisebegleiter, die Lahmen und Blinden zum Lichtbringer und Arzt.

Vom Wallfahrtskult der früheren Zeit wissen wir nicht viel. Drei Jahrhunderte blieb die ehemalige Hermanns-Klause die einzige Verbindungsstätte. In der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges, der unsere Gegend oft heimgesucht hat, und in den folgenden schweren Jahren nahm die Zuflucht zum Hl. Hermann großen Aufschwung, zumal inzwischen auch noch eine zweite Kapelle erbaut worden war, zu der dann eine Kirche kam. Im so wallfahrtsfreudigen 18. Jahrhundert erlebte der "Hirmon" seine große Blüte. Damals pilgerten Tausende hierher.

Neben der Kirche hatte die Pfarrherren im Jahre 1609 eine Schule errichten lassen. Der Friedhof um die heutige Kirche herum war 1677 eingeweiht worden. Ab dem Jahr 1730 beginnt eine dreijährige Erneuerungsarbeit an der Pfarrkirche. Sie wird im Fresken und Stuck verziert. Unmittelbar daneben wurde 1755 der Pfarrhof in seiner heutigen Gestalt erbaut.

Wie opferfreudig die damaligen Menschen waren, wenn es darum ging, Heiligtümer zu stiften, mag die Errichtung der beiden weiteren Kirchen im gleichen Jahrhundert in St. Hermann beweisen.

Von dem Pfleger und Landrichter Hans Hundt von der nahen Burg Weißenstein wurde im Jahr 1611 die runde Brunnen-Kapelle in Erfüllung eines Gelübdes erbaut. Die entsandt über jener Quelle, die der Überlieferung nach St. Hermann dem Boden entlockt haben soll. Ihr besonders frisches und gutes Wasser gilt als heilkräftig. Daraus trinken Wallfahrer, sie wachen sich damit die Augen und nehmen es bisweilen in Fläschchen mit nach Hause.

Schon längst waren die beiden Kapellen von St. Hermann dem Andrang von Wallfahrern und gottesdienstlichen Bedürfnissen nicht mehr gewachsen, als man endlich darangehen konnte, eine richtige Kirche zu erbauen. Mit Hilfe reicher Opfergelder und anderer Gaben konnte eine einfache Barockkirche emporwachsen. 1656 erfolgte die Weihe. Im 19. Jahrhundert, vor allem bei der allzu gründlichen Gesamtrenovierung im Jahr 1875, zeigte man wenig Sinn für barocke Kunst, sodass viele Kunstgegenstände dieser "Entrümpelung" zum Opfer fielen. Der Unterhalt von St. Hermann erfordert nimmer neue Mittel. Deshalb seien die Besucher an die Bitte erinnert, die über dem Opferstock der Wallfahrtskirche immer mahnt:
"Öffnet freudig Herz und Hände! Sankt Hermann lohnet jede Spende".

drucken versenden
 KONTAKT     IMPRESSUM

Wetter

Schneebericht

 Wetter: Sonnig
 110 cm Schnee (Berg)
 80 cm Schnee (Tal)
 0 cm Neuschnee
 7 Lifte in Betrieb
 68 km Langlaufloipen
» mehr Infos

Soziale Netzwerke



Webcam

Aktuelles WebCam bild
  Originalbild öffnen
Gemeindeverwaltung  | Gemeinderat  | Wissenswertes  | Standort  |
Kultur, Freizeit u. Soziales  |
Jugend  | Aktuelles  |