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Geschichte

Geschichte von Bischofsmais ab dem 19ten Jahrhundert

Die rege Bautätigkeit im 17. und 18. Jahrhundert ließ das Pfarrdorf Bischofsmais zu einem Mittelpunkt werden,  in dem sich die Bewohner der umliegenden Dörfer zu Handel und Verkauf trafen. Fast alle Ortschaften waren ja um die gleiche Zeit gegründet worden, wie die vielen -ried und -mais Orte der Umgebung zeigen:
Hermannsried, Oberried, Seiboldsried, Ginselsried; die drei "Riedern": sowie Ritzmais, Dietrichsmais und Diepoldsmais, das erst später in Hochdorf umbenannt wurde. Mit der Erbauung der neuen Straßen von Deggendorf über die Rusel nach Regen und Zwiesel im Jahr 1817 beginnt die Verödung der alten Völkerstraße "Böhmweg", sicherlich damit verbunden ein Rückschlag der Weiterentwicklung von Bischofsmais.

Am 9. August 1846 brach dann eine echte Katastrophe herein. Das Dorf mitsamt der Kirche brannte ab. Nur der Pfarrhof und zwei Häuser blieben übrig. Als Brandstifter wurde ein gewisser Wiesmüller ermittelt, der sich rächen wollte, weil ihm der Pfarrvikar die Heiratserlaubnis verweigert hatte. Wie schwer dieses Leid die Bevölkerung traf, beweist der vorwurfsvolle Vers, den die Bischofsmaiser heute noch kennen: "Oh Wiesmüller, oh Wiesmüller, woas hast dir denn denkt, hast 47 Häuser und d’Kirch anzendt!" Unter Verwendung der alten Langhausermauern und des Chores begann man die 1848 mit dem Bau der jetzigen Kirche, deren schlichter Bau mit neuromantischer Einrichtung 1852 eingeweiht wurde. Über 100 Jahre später, ab 1961, erfolgte eine Gesamtrenovierung, in deren Verlauf ein 90 Zentner schwerer Granitstein vom "Teufeltisch" zum Altartisch wurde, gestiftet von Steinmetzmeister Max Labermeier.

Weil das Bergmassiv der Oberbreitenau reichlich Wasser spendet, konnte man schon 1892 eine erste gemeinschaftliche Wasserversorgung für den Hauptort einrichten. Von den beiden Weltkriegen blieb auch das stille Walddorf nicht verschont. 83 Männer aus dem ersten und 191 Männer aus dem zweiten Weltkrieg kehrten nicht mehr heim. Rund 700 Flüchtlinge fanden in Bischofsmais nach 1945, meist nur kurzzeitig allerdings, eine erste Bleibe nach ihrer Vertreibung.

Ab den fünfziger Jahren erfolgte eine Umstrukturierung innerhalb des Pfarrgebietes. Die Haupteinnahmequelle aus der Landwirtschaft wurde zugunsten auswärtiger Erwerbsmöglichkeiten und später des Fremdenverkehr zurückgedrängt.

Im gleichnamigen Ort wurde 1956 das Hotel "Wastlsäge" als damals schönstes und größtes Hotel des Bayerischen Waldes eröffnet. An Stelle eines alten Sägewerks am Fahrnbach, das einem Sebastian (Wastl) gehörte, wurde Verliner Fabrikanten Otto Müller (+1959) und seiner aus Regen stammenden Frau Lina, geb. Trauner, eine mit allem Komfort ausgestattete, gut in die Landschaft passende, vornehm gemütliche Beherbergungsstätte geschaffen, die damals 100 Gästen in schönen Zimmern und stilvollen Restaurationsräumen Platz bot. Nach 2 Erweiterungsbaumaßnahmen zählt es heute mit 180 Betten zu den komfortabelsten Dreisternehotels im Bayer. Wald, das bevorzugt von jenen Menschen besucht wird, die in einer Waldidylle Ruhe und gepflegten Gastlichkeit genießen wollten.

Der Besitzerin, Frau Lina Müller (+1980) wurde ob ihrer Pionierarbeit auf dem Fremdenverkehrssektor im Bayer. Wald, vom Bundespräsidenten W. Scheel 1977 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, und die Gemeinde ernannte sie 1972 zur Ehrenbürgerin.
Nach und nach folgten die Ortsbewohner mit dem Einbau von Fremdenzimmer, und die Gastronomie stellte sich auf den wachsenden Urlaubstrom ein.
Einen vorläufigen Höhepunkt setzte die Familie von Poschinger-Bray in Irlbach durch die Erschließung der „Breitenau“ als Ski- und Wanderzentrum mit 3 Liften und einer Sesselbahn. Die Zwerggemeinde Habischried verstand unter Bürgermeister Ebner die Zeichen der Zeit zu nutzen, legte durch den Bau einer zentralen Wasserleitung und einer Abwasseranlage den Grundstock für die beachtlichen Aufschwung und schloss sich 1972 freiwillig der Gemeinde Bischofsmais an.

Die Weltfirma Siemens errichtet 1973/1974 in Habischried ein Kurzentrum mit hohem Erholungswert.

Durch die Errichtung des "Ferienparks" im Jahre 1973 steigerten sich die Übernachtungszahlen schlagartig. In 354 Appartements werden über 1.000 Betten angeboten. Die umfangreichen Freizeiteinrichtungen auf dem 120.000 qm großen Gelände stehen auch der Bevölkerung und den Gästen der Umgebung zur Verfügung. Von der guten Luft allein lässt sich eben nicht leben, obwohl Prof. Baumgartner von der Staatl. Forschungsanstalt München schreibt: "Es gibt nur noch wenige Landschaften, deren Luft so klar und rein, so staubfrei und arm an giftigen Gasbeimengungen ist, wie der Bayerische Wald".

 

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