Bischofsmaiser Besinnungsweg

1. Station: „Unterwegs – zu dir selbst“

„Wege entstehen, dass man sie geht“ (F. Kafka)

Dieser Besinnungsweg wurde anlässlich der 125-Jahr-Feier der Pfarrei Bischofsmais im Jahr 2018 ins Leben gerufen.

In verschiedenen Stationen sind Sie dazu eingeladen, sich über Ihren eigenen Lebensweg Gedanken zu machen. Auch der selige Hermann, dessen Gedenkstätte Teil dieses Weges ist, sowie der Heilige Jakobus d. Ä., der Patron unserer Pfarrkirche, waren Suchende, auf langwieriger Pilgerschaft, die trotz aller Höhen und Tiefen ihr Ziel nie aus den Augen
verloren. Lassen Sie sich von deren Erfahrungen, den Worten berühmter Dichter oder Philosophen wie auch den künstlerischen Darstellungen inspirieren.

2. Station: „Lebensweg“

Die Jakobsmuschel ist ein Schutzsymbol und ein Erkennungszeichen für Pilger. Der Pilgerstab symbolisiert den Glauben an die Dreifaltigkeit.

Der Mensch ist ein Leben lang ein Pilger, auf der Suche nach dem richtigen Lebensweg; verbunden mit Rückschlägen und Niederlagen. Diese beschwerliche Reise ist auch dem Pilger Jakobus nicht fremd. Es ist menschlich, zu fallen und bei Hindernissen zu nie aus den Augen verlieren und unbeirrt auf seinem Weg weitergehen, denn „der Weg ist das Ziel“.

Lasse ich mich oft von Kleinigkeiten aus der Bahn werfen? Verliere ich das Wesentliche aus den Augen?

3. Station: „Ruhe – Gelassenheit“

„Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit“ (Friedrich v. Schiller)

In die Wildnis machte sich der selige Hermann auf, fern der Zivilisation, in absoluter Ruhe wollte er in einer Zelle leben. Doch sein heilvolles Wirken an notleidenden Menschen zeigt, dass er nicht dazu geboren war, in Einsamkeit sein Dasein zu fristen. Der Mensch kann alleine existieren, aber nicht leben. Verliere ich in meiner Selbstbezogenheit meine Freunde, meine Familie, gerade wenn sie mich brauchen, aus den Augen?

4. Station: „Aus dem Dunkel zum Licht“

Vater unser im Himmel schau auf deine Erde geheiligt werde dein Name mit dem so viel Unrecht verübt wird
Dein Reich komme der Friede, nach dem wir uns sehnen
Dein Wille geschehe denn wer weiß schon, was besser ist wie im Himmel so auf Erden unserer armen, blutenden Erde voll Gewalt
Unser tägliches Brot gib uns heute wir wollen es teilen, dann reicht es für alle
Und vergib uns unsere Schuld damit wir frei werden zu lieben
und auch wir vergeben unseren Schuldigen weil du uns die Kraft dazu gibst
Und führe uns in der Versuchung damit wir auf deinem Weg bleiben
und erlöse uns von dem Bösen so werden wir glücklich ans Ziel gelangen
Denn dein ist das Reich und die Kraft
Gott, unser Vater und unsere Mutter voll Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen
(Sr. Charis Doepgen OSB)

Zusammen mit seinem Vetter Otto wurde der selige Hermann wegen seines Glaubens verfolgt und musste um sein Leben fürchten. Dennoch hielt er am Glauben fest und ging unbeirrbar seinen Weg. Oft verzweifeln wir Menschen, niedergedrückt von den Lasten und Sorgen des Lebens. Wie wohltuend ist in diesen Situationen ein liebes Wort, eine nette Geste oder auch ein Gebet.

5. Station: „Wasser des Lebens“

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen, er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
(Ps 23)

Wasser spendet Leben- und Heilung. Der Legende nach soll der selige Hermann diese Quelle aus dem Boden hervorgebracht haben. Mit ihrem Wasser wurden nach dem sogenannten Mirakelbuch zahlreiche Menschen geheilt. Pilger kommen heute noch hierher, um sich die müden Glieder mit dem „heilenden“ Quellwasser zu waschen. Wasser bedeutet (neues) Leben. Ist mir die Bedeutung des Wassers klar? Gebrauche ich es mit Bedacht oder betrachte ich es als selbstverständliches Gut?

6. Station: „Geborgenheit und Zuflucht bei der Mutter“

„Eine Mutter versteht auch, was ein Kind nicht ausspricht“
(jüdisches Sprichwort)

Der selige Hermann galt als großer Verehrer Mariens. Er fand in seiner Einsamkeit Zuflucht bei der barmherzigen, liebenden und fürsorglichen Mutter aller Menschen. In vielen Kulturen wird die „große Mutter“ als lebensspendend und lebenserhaltend verehrt.
Denke ich an die Entbehrungen, die meine Mutter für mich auf sich genommen hat? Zeige ich ihr in Worten und Taten meine Dankbarkeit?

7. Station: „Der Friede beginnt bei dir“

Wenn Licht in der Seele ist, ist Schönheit im Menschen. Wenn Schönheit im Menschen ist, ist Harmonie im Haus. Wenn Harmonie im Haus ist, ist Ordnung in der Nation. Wenn Ordnung in der Nation ist, ist Frieden in der Welt.
(Aus China)

In einer Zeit der Glaubenskriege, der Seuchen und Hungersnöte fristete der selige Hermann sein Dasein. Seine Waffe in dieser Zeit des Unrechts war allerdings nicht Gewalt, sondern Nächstenliebe. Der Friede beginnt oft im Kleinen, bei mir selbst.
Bin ich mit mir selbst unzufrieden und verletze deshalb andere durch Worte und Taten, anstatt Frieden zu schaffen?

Karte des Besinnungswegs

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